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PR90

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FWB 300S - Benchrest-Umbau
« am: März 24, 2019, 09:56:53 Vormittag »
Hier möchte ich nun von meinem ersten Fehlgriff bei egun berichten. Eine FWB 300S Junior Baujahr 86 die auf den Bildern vom Verkäufer echt gut aussah. Was bei mir ankam sah dann aber nicht mal ansatzweise so gut aus. Wesentlich mehr Rost als erwartet. Der Lauf, der Spannhebel und die halbe Systemhülse waren extrem Rostnarbig. Der Schaft war auch fix und fertig. Im System war Dreck und Staub. Der Verkäufer hatte mir noch versichert dass er das Gewehr gereinigt und geölt hat, keine Ahnung was er damit meinte...

Auf den ersten Blick vom Weiten gehts noch.

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Aber wenn man dann genauer hinschaut...

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Was also tun? Einfach nur restaurieren macht ja jeder. Mit selbst brünieren hab ich schlechte Erfahrungen gemacht. Und es machen zu lassen war mir zu teuer. Den Schaft zu schleifen und zu ölen war mir auch zu langweilig. Es sollte ein Unikat werden.

Dann fiel mir der Spruch eines Schützenkollegen ein der selbst Schäfte baut: "Mut zur Farbe! Sportgewehre dürfen ruhig bunt sein!"

Gesagt getan.  :D  
Allerdings sollte das dann auch ein schlüssiges Design werden mit einer dynamischen Farbgebung. Ich habe da lange drüber gebrütet und mit einem Bildbearbeitungsprogramm etliche Muster erstellt. Irgendwann ergaben die Farben rot, schwarz und weiß dann eine sportliche Linie auf dem Schaft. Für das System hatte ich mir etwas besonderes überlegt. Er sollte matt schwarz werden mit silbernen Akzenten. So sollte insgesamt ein sportlich edler Look entstehen.

Zunächst galt es aber auch das System zu warten. Es war noch funktionstüchtig, aber durch den ganzen Dreck da drin knirschte es richtig beim Spannen. Das tat mir schon körperlich weh wenn ich das gehört hab.  :pinch:

Also war erst mal zerlegen und reinigen angesagt. Kaum ein Gewehr hatte ich bisher so schnell und einfach zerlegt wie dieses.

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Neue Teile wurden so gleich geordert, samt ein paar Sachen die später viel zur Optik beitragen sollten.

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Da jetzt alles zerlegt war konnte ich mich erst mal um die Oberfläche des Systemes kümmern. Es war so rostnarbig dass ich eine ganze Weile schleifen musste um es wieder halbwegs glatt zu bekommen. Den Bereich der Seriennummer und das FWB-Logo auf der Oberseite habe ich poliert und abgeklebt. Wobei ich beim Logo oben nicht auf Hochglanz polieren konnte, dafür war die Oberfläche durch die Rostnarben noch zu rau. Glatter schleifen ging nicht, dann hätte ich so viel Material abnehmen müssen dass das Logo verschwunden wäre. Also hab ich das nur blank gemacht. Dann sind mehrere Schichten schwarz matt drauf gekommen. Nach dem freilegen der abgeklebten Stellen wurde dann alles mit mattem Klarlack versiegelt.

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Nebenbei hab ich den Schaft geschliffen bis alle Kratzer und Druckstellen raus waren und ihn grundiert. Die Punzierung habe ich mit einem Speziallack geschwärzt. Dieser ergibt eine leicht gummi-artige Oberfläche.

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Erst später habe ich begriffen dass es ziemlich dumm ist eine Punzierung zu lackieren, damit nimmt man ihr die wichtigste Funktion, nämlich Handschweiß schnell aufnehmen wieder abgeben zu können. Aber nun wars zu spät.

Anschließend sorgte ich dann für die Farbgebung. Das alles so abzukleben dass hinterher auch das richtige Design dabei raus kommt war verdammt viel Fummelarbeit.

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Als alles Trocken war hab ich den Schaft vorsichtig ausgepackt. Und nun kam das Design zum Vorschein.

Fortsetzung folgt...  :P  :D
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Gruß Patrick
Fwb 600
« Antwort #1 am: März 31, 2019, 11:27:37 Vormittag »
Die Feinwerkbau 300 hat ja hier etliche Freunde und ich liebäugele auch mit ihr. Allerdings was ist denn mit den Modellen der 600-er Reihe? Sind die nicht so gut wie die 300-er oder zu teuer oder nicht so für FT geeignet? MfG.

kritisch

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« Antwort #2 am: März 31, 2019, 12:21:10 Nachmittag »
Ich hatte mal die 603 Junior. Die war einfach schlechter zu spannen. Die Spannen sich alle genau anders herum als die 150 oder 300 . Die 600 reihe spannt man wenn man den Spannhebel nach vorne drückt.
Ich mochte das überhaupt nicht.
Gruß Ralf
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Fwb 600
« Antwort #3 am: März 31, 2019, 01:27:57 Nachmittag »
Aha, Danke. Das ist ja bestimmt nur Gewohnheitssache. Aber präzise werden die ja wohl sein trotz des schlechten Händlings!

kritisch

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« Antwort #4 am: März 31, 2019, 02:07:21 Nachmittag »
Nein ganz bestimmt nicht.

Halt alles etwas Moderner. Das Spannen war bei mir aber der Hauptgrund.

Auch ist das Gewehr komplizierter aufgebaut.Aber ich finde es sieht schon schöner aus. ;)
Gruß Ralf
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Modell 121, 124, 125, 127

Horus

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« Antwort #5 am: März 31, 2019, 06:10:06 Nachmittag »
Soweit ich weiß sind die 600er Vorkomprimierer während die 300 prellschlaggehemmte Federdruckwaffen sind. Bei den 600ern muß man den Hebel ganz nach hinten ziehen(als 180 Grad). Bei der 300 nur 90 Grad( ein bißchen mehr.). Also im Preis-Leistungsverhältnis bevorzuge ich die 300 s. Ist aber Ansichtssache. Präziser sind die 600er auch nicht.

PR90

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« Antwort #6 am: April 03, 2019, 06:26:41 Nachmittag »
Weiter gehts mit Teil 2.

Als ich das Klebeband endgültig entfernt hatte kam nun die komplette Farbgebung zum Vorschein. Leider ist es nicht perfekt geworden. Der rote Lack ist an einigen Stellen leicht verlaufen. Ich hätte es am liebsten gleich wieder abgeschliffen und noch mal versucht, aber da ich das System nun auch fertig hatte wollte ich endlich mal mit dem Gerät schießen. Also lies ich den Schaft erst mal so. Neu lackieren kann ich den später immer noch mal. Trotzdem sieht das ganze mit den silbernen Akzenten richtig gut aus.

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Nun konnte ich also erst mal schießen. Das geplante ZF war leider noch nicht da. Um erst mal ein paar Probeschüsse abgeben zu können, hab ich ein billiges Chinaglas drauf gesetzt. Das Ding hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, alle paar Schuss verstellt sich das Teil von selbst... Schöner Indikator dafür was der Masseausgleich mit dem ZF macht.

10m aufgelegt ging aber schon ganz gut, geschossen mit RWS Geco, drei Schuss pro Spiegel. Außer bei Scheibe 17751 unten rechts, da hab mich verzählt. Scheibe 17754 wurde mit RWS R10 Match Plus in 0,53g beschossen.

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Anschließend hab ich noch ein paar JSB Flachköpfe getestet. Alles immer mit drei Schuss pro Spiegel. (Das würde ich heute nicht mehr so machen, erst mit 10 Schuss pro Spiegel erhält man ein aussagekräftiges Ergebnis)  Und war doch erstaunt wie gut die Straton Spitzköpfe gehen, obwohl Spitzkopfdias doch angeblich so schlecht sein sollen.

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Dann hab ich JSB Exact in 4,52mm ausprobiert und hab seit dem nie wieder was anderes da rein gesteckt.  :D
Damit hab ich auf 20m die gleichen Streukreise wie mit den Flachköpfen auf 10m und zwar mit 10 Schuss:

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Aber der Umbau war ja noch nicht fertig. Jetzt kam auch endlich mal das ZF an. Ein Hawke Airmax 8-32x50 AMX. Die ZF Montage hab ich wie immer so flach wie möglich gemacht, mit einer Picatinnyschiene und flachen Stahlmontagen mit Schnellverschluss von Hawke. Diesmal aber so flach, dass nicht mal mehr eine Libelle zwischen ZF und Schiene gepasst hat. Also war etwas schleifen angesagt...

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Da hab ich im Vorfeld wirklich sehr gut gemessen. Zwischen dem tiefsten Punkt am Mitteltubus und der Picatinny-Schiene hab ich noch ziemlich genau 2mm Luft.

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Da ich ja nicht gerade klein bin hab ich ich auch gleich noch den Schaft verlängert, wie Immer mit Carbon.

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Dann kam noch ein Zweibein, ein Laufmantel aus Carbon, ein SD-Adapter von Parker Hale und ein Weihrauch Schalli. Nun war die Flinte soweit komplett.

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Und jetzt, mit Zweibein und vernünftigem ZF, könnte ich die Präzision auch erst so richtig ausreizen.

10m aufgelegt, JSB Exact 4,52mm, 5 Schuss pro Spiegel:

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Und 20m aufgelegt, 10 Schuss pro Spiegel.:

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Aber das war noch nicht das Ende der Geschichte. Es kam noch zu unvorhergesehenen Zwischenfällen die sich so niemand wünscht...

Fortsetzung folgt!  :applaus:
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Gruß Patrick

Horus

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« Antwort #7 am: April 03, 2019, 07:06:01 Nachmittag »
Die ist sehr schön geworden! :thumbsup:

Rumms

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« Antwort #8 am: April 03, 2019, 09:00:33 Nachmittag »
Super Patrick! Über die Geschichten, wie schlecht Spitzköpfe angeblich sein sollen,
haben wir uns ja schon ausgiebig unterhalten. ;)
Übrigens hat meine Frau am Samstag auch mit Spitzköpfen geschossen, wie Du
als Squadpartner sicherlich festgestellt hast. Und ihr beide habt in der Teamwertung
den dritten Platz gemacht. Knapp am Zweiten vorbeigeschrammt. :thumbup:
[font='Arial, Helvetica, sans-serif'][size=12]"Black is beautiful!" [/size][/font]

PR90

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« Antwort #9 am: Mai 31, 2019, 10:41:46 Vormittag »
Teil 3.

Nun war eigentlich alles fertig und ich machte mich daran das ZF richtig einzuschießen und einzumetern. Ich merkte jedoch schnell dass ich bei 20m schon am Limit der Höhenverstellung war. Ganz klarer Fall, da musste eine Montage mit Vorneigung her. Die Suche gestaltete sich zunächst schwierig. Die meisten Schienen waren mir viel zu hoch und viel zu teuer. Dann fand ich die 11mm auf Picatinny-Schiene von UTG. Die hat Vorneigung, ist noch relativ flach und kostet nur 20€. Damit ließ sich das Problem lösen. Doch bevor die Schiene bei mir ankam trat der schlimmste Fall ein...

Die Verstellung am Limit im Zusammenspiel mit dem Rücklaufsystem der 300S war fatal für das ZF, selbst ein Hawke macht das nicht auf Dauer mit. Zunächst merkte ich dass die Parallaxeverstellung irgendwie schwerer ging als sonst. Dann plötzlich ging sie ganz leicht, ließ sich nicht mehr verstellen und im Absehen sah ich rechts irgendein loses Teil.

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Das wars dann wohl, ein 420€ ZF in die ewigen Jagdgründe geschickt...

Gut dass Hawke Schussfestigkeit Garantiert.  :D
Eingeschickt und ein Neues bekommen, mit einer Entschuldigung für den Produktionsfehler.  :thumbup:

Ende gut, alles gut.
Gruß Patrick

kritisch

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« Antwort #10 am: Mai 31, 2019, 05:41:29 Nachmittag »
Danke für den schönen Bericht Patrick. :thumbsup:
Gruß Ralf
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